Willkommen auf SPANPLATTENTRäGER.DE

spanplattenträger.de bietet Ihnen weiterführende Links auf Webseiten zum Thema Spanplatte

Startseite > Sperrholz

'''Sperrholz''' ist ein weit verbreiteter Holzwerkstoff mit hoher Festigkeit und Formstabilität mit Anwendungen u.?a. im Bau und der Möbelindustrie. Es besteht aus mindestens drei Holzlagen, deren Faserverlauf unter einem Winkel von 90° verleimt und gepresst wird. Dadurch werden richtungsgebundene Werkstoffeigenschaften wie z.?B. das Quell- und Schwindverhalten über die Plattenebene homogenisiert, der entstandene Werkstoff ?arbeitet? im Gegensatz zu Massivholz nicht mehr nennenswert, das Holz ist ?abgesperrt?. Durch die Art, Anzahl und Anordnung der Holzlagen ergeben sich der Plattenaufbau und seine spezifischen Festigkeitseigenschaften.

Sperrholzarten

Die Lagen des Sperrholzes können aus Massivholztafeln, Furnieren, Stäben oder anderen Holzwerkstoffen bestehen. Je nachdem wird unterschieden nach
  • Stab- bzw. Stäbchensperrholz, auch '''Tischlerplatte''' genannt, besteht aus einer Mittellage aus gesägten Vollholzleisten (Stäben) oder Schälfurnierstreifen (Stäbchen).
  • Furniersperrholz, auch '''Furnierplatte''' genannt, besteht ausschließlich aus einer ungeraden Anzahl an Furnieren, die symmetrisch zur Furniermittellage kreuzweise verleimt werden. Eine Platte über 12?mm Dicke und mit mindestens fünf Lagen wird als Multiplex-Platte bezeichnet.
  • Brettsperrholz, auch '''Kreuzlagenholz''' genannt, besteht aus mehreren, über Kreuz flach übereinanderliegenden Massivholztafeln.
  • '''Zusammengesetztes Sperrholz''' besteht aus einer oder mehreren Innenlagen anderer Holzwerkstoffe wie Spanplatten oder nicht holzhaltigen Materialien wie Kunststoffschichten, beispielsweise zur Schalldämmung. Die Außenlagen bestehen aus Furnier.

Bei Furnierschichtholz werden die Furnierlagen demgegenüber parallel zueinander verleimt, so dass die Festigkeitseigenschaften stärker von der Richtung der Belastung abhängen, als bei Sperrholz.

Geschichte

Vor 4000 Jahren wurden bereits in Ägypten Platten in gesperrter Art für den Möbelbau hergestellt. Nachdem das Verfahren in Vergessenheit geraten war, wurde es in der Mitte des 19.?Jahrhunderts wiederentdeckt. Die weltweit erste Sperrholz-Fabrik gründete Bruno Harras im Jahre 1858 in Böhlen (Thüringen). Durch die schnelle Übernahme in industrielle Fertigung wurde Sperrholz wichtiger Werkstoff für das Holzhandwerk, in der Möbelherstellung und dem Fahrzeug- und Flugzeugbau.

Herstellung

Die getrockneten Holzlagen werden beleimt, kreuzweise übereinander gelegt (biaxial) und unter Wärmeeinwirkung gepresst. Spezialpressen ermöglichen die Herstellung beliebiger Formen ? hier kommen überwiegend Buchenschälfurniere zum Einsatz.

Verwendung

Für Sperrholz gibt es eine breite Anwendungspalette: als Baustoff für Außenwände, Dachschalungen, Innenwände und Betonschalungen im Rohbau und für Wand- und Deckenbekleidungen, Dachausbauten, Türen, Treppen und als Trägermaterial für Holzfußböden im Ausbau. Im Möbelbau wird es vielfach eingesetzt, beispielsweise für Schränke, Regale, Tische, Stühle und in der Unterkonstruktion von Polstermöbeln. Insbesondere dort, wo trotz hoher Belastung dünne Querschnitte gefordert sind, wird Sperrholz eingesetzt. Sperrholz ist, was die Festigkeit und Formstabilität betrifft, gegenüber der Spanplatte klar im Vorteil. Darüber hinaus wird es im Fahrzeug- und Bootsbau sowie als Verpackungsmaterial verwendet und kommt auch im Hobby- und Modellbaubereich vielfältig zum Einsatz. Auch im Musikinstrumentenbau findet es Anwendung. Die im Bild gezeigte Schneeschaufel ist aus Formsperrholz hergestellt.

Wirtschaftliche Bedeutung

Gemessen an der Gesamtproduktion von Holzwerkstoffen macht Sperrholz mit ungefähr 1,5?% nur einen kleinen Teil aus. 2008 wurden in Deutschland 175.000?m³ Sperrholz produziert, davon etwas über 150.000?m³ Tischlerplatten (Stab- bzw. Stäbchensperrholz) und 22.000?m³ Furniersperrholz. In Europa betrug die Sperrholzproduktion im Jahre 2008 etwa 4?Mio.?m³.

Literatur

  • André Wagenführ, Frieder Scholz: ''Taschenbuch der Holztechnik.'' Fachbuchverlag im Carl Hanser Verlag, Leipzig 2008; S. 127?259. ISBN 978-3-446-22852-8.

Weblinks

Einzelnachweise